ICE St. Moritz 2026: Treffen der Legenden
Die Community der Autoenthusiasten blickt auf zwei emotionale Tage zurück. Im Vergleich zur letztjährigen Veranstaltung legte die ICE St. Moritz 2026 deutlich zu und schrieb in vielerlei Hinsicht Geschichte. streetwheelz1 war vor Ort und berichtete bereits in den sozialen Medien (Youtube, TikTok, etc.) sowie in der Newsticker auf dieser WebsiteIm Folgenden finden Sie den detaillierten Ereignisbericht. Hier kommt nun der detaillierte Event-Bericht. Soviel sei bereits gesagt: Es gab viele Überraschungen und der Ort wurde zum Treffpunkt der Legenden.

Am Tag vor der ICE St. Moritz 2026 stand die Sonne bereits tief. Die Atmosphäre rund um die Rennstrecke war relativ ruhig. Einige Hypercars waren schon eingetroffen, und ein schwarzer Aston Martin Lagonda 2-Litre Tourer sowie ein roter Aston Martin International drehten gemächlich ihre Runden und gewöhnten sich an die glatte Fahrbahn. Doch plötzlich, an diesem sonnigen Nachmittag im schneebedeckten Engadin, überschlugen sich die Ereignisse.

Begeisterung machte sich unter den Autofans breit, und auf dem zugefrorenen See spielten sich außergewöhnliche Szenen ab. Plötzlich ertönte ein unverwechselbares Motorengeräusch, und ein Konvoi von Koenigsegg-Modellen schlängelte sich durch die Menge. Am Ende standen nicht nur ein oder zwei, sondern acht dieser extrem seltenen und wertvollen Fahrzeuge auf dem Eis, jedes einzelne mindestens so viel wert wie ein Einfamilienhaus: CC850, CC8S, CCX Edition, Absolut, Attack, Regera und One:1.

Selbst aus dieser hochkuratierten Gruppe stach eines klar hervor: der Koenigsegg CC Prototyp in dunklem Metallic-Bronze mit Dubai-Autonummer. Ein unbezahlbares Exemplar, welches für alles steht, was Koenigsegg ausmacht. Für Mut, Unternehmertum und Weitsicht. Für die Schöpfung einer weltweit bekannten Auto-Luxusmarke. Für einen Visionär, der einst als blutjunger Mann beschloss, einen eigenen HypercarHeute, mehr als dreißig Jahre später, ist der Glaube an diese kühne Idee längst fester Bestandteil der Automobilgeschichte. Die anfängliche Unsicherheit ist der Gewissheit gewichen, eines der wichtigsten Fahrzeuge der Welt geschaffen zu haben. Hypercar Marken weltweit.
Und die Essenz dieser Arbeit war nun auf dem exklusiven Gelände von St. Moritz präsent, umringt von Dutzenden Fans. Was könnte einen solchen Moment noch übertreffen? Vielleicht nur die Anwesenheit von Christian von Koenigsegg selbst. Und genau das geschah. Nachdem er einige Selfies mit Fans gemacht und sich mit ihnen unterhalten hatte, schloss sich der Visionär dem Konvoi an und fuhr zu Testfahrten auf die Rennstrecke. Der Schweizer Koenigsegg-Repräsentant SIC Carage AG Ihm war wahrlich ein genialer Coup gelungen. Doch dies sollte nicht das einzige Hypercar-Erlebnis in den folgenden Tagen bleiben.

The ICE St. Moritz ist die wohl am höchsten gelegene Automobil-Concours-Veranstaltung der Welt. 2019 ins Leben gerufen, als Würdigung früherer Automobil-Events in St. Moritz, gehört das internationale Concours d’Elegance-Format zu den wichtigsten der Classic-Car-Community. Extrem seltene Sammlerstücke präsentieren sich hier im rauen Winterklima. Prototypen, 1/1-Exemplare und Museumsstücke, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt. Schon gar nicht unter freiem Himmel, noch dazu bewegt. Dieser Austragungsort ist sowohl exklusiv und luxuriös als auch alpin gelegen, mit rund 1822 m über Meer. Ein lauschiges Dorf, umringt von majestätischen, weiss angehauchten Bergen und im Januar gut besucht von Wintersportlern, welche oben in Corviglia Ski und Snowboard fahren.

Am Freitag, dem ersten offiziellen Tag der ICE, wurden die Fahrzeuge unter dem Motto „Statische Ausstellung auf dem See“ präsentiert. Rund 50 Oldtimer standen auf dem zugefrorenen See, einige mit offenen Motoren, andere mit Motorengeräusch. An einem kalten Morgen, noch im Schatten der umliegenden Berge, demonstrierten die ausgestellten Modelle bereits ihre Klasse. Die Baujahre reichten von den frühen 1920er-Jahren (Bugatti Typ 13) bis in die späten 1990er-Jahre. Unter den Exponaten befand sich nicht nur ein gelber Pagani Zonda C12 (1999), sondern auch der bereits erwähnte Koenigsegg-Prototyp (1996) aus dem Konvoi des Vortages war wieder mit von der Partie. Beide gelten heute als Klassiker.

Fünf Modelle wurden am Freitag als «Class Winners» ausgezeichnt, also als Fahrzeuge, welche am besten ihre jeweilige Klasse repräsentieren: Pontiac Vivant (1960er, «Best Sound»), Lancia Stratos (1970er, «Legendary Liveries»), Maserati 4CLT (1940er, «Open Wheels»), Ferrari 750 Monza (1950er, «Barchettas on the Lake») und der Talbot-Lago T150C SS (1930er, «Icons on Wheels»). Die Gewinner-Kategorie «Birth of Hypercar» erhielt der Jaguar XJ220 aus den frühen 1990er-Jahren, welcher mit einer Höchstgeschwindigkeit von 341 km/h einst das schnellste Serienauto der Welt war.

Der Event wurde somit nicht nur zu einem Treffen der Classic Cars, sondern auch der Hypercar-Legenden. Diese evolutionären Schritte alle an einem Ort versammelt zu sehen, ist ein seltenes Vergnügen.

Obwohl es schwer vorstellbar ist, wurde zudem die Koenigsegg-Parade vom Vortag nun sogar noch eskaliert. Der folgende Anblick ist schwer in Worte zu fassen: Neben den Koenigsegg-Modellen vom Vortag besammelten sich auf dem Racing-Track noch weitere extreme Fahrzeuge: drei Bugatti-Boliden, ein Aston Martin Valhalla, ein Rimac Nevera, drei Maserati MC20 und ein Pagani Utopia standen gleichzeitig auf der mindestens 27 cm dicken Eisdecke und fuhren ihre Runden. Ein unbezahlbarer Moment!

Eiskalt war es in diesen Tagen im Bünderland. Teilweise herrschten -8 Grad morgens oder weniger. Der zweite Event-Tag fühlte sich sogar noch kälter an als der erste. Um 9 Uhr hatte noch alles diesen Blaustich des Morgens, als die Eventbesucher auf das Gelände strömten. Im Parc fermé standen bereits alle Autos schön aufgereiht und machten sich parat für das Rennen. Ihr Sound des Motors, der zuerst aufgewärmt werden musste, war buchstäblich nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar in der klirrenden Kälte und wie auch der Atem der Zuschauer bildete er weisse Wolken. Es war am Track etwas diesig und leicht neblig, wohl auch vom vielen Eis und Schnee, die aufwirbelten, wenn die Autos in den Kurven drifteten. Selbst die alten Rennwagen mit offenem Cockpit hatten ein gutes Tempo drauf, fuhren mit überraschend hohem Grip auf dem Eis. Der Fahrtwind im Gesicht musste sich brutal anfühlen und unter diesen Bedingungen, mit klammen Fingern, das mechnanische, empfindliche Schaltgetriebe zu bedienen, war vermutlich schwerer, als es aussah. Wie schaffte man das? Die Antwort mag aus einem Wort bestehen: Leidenschaft. Schliesslich fährt man nicht alle Tage auf einem gefrorenen See zusammen mit einigen der edelsten und teuersten Autos, die es gibt. Diese Erfahrung liess sich auch Mate Rimac nicht nehmen, der mit einem Bugatti EB110 SS (1994) auf dem See driftete.

Die Gewinner von Tag 2 waren wiederum der Talbot-Lago T150C SS ‘Teardrop’ («Best in Show»), in Ferrari Dino 206 S («Spirit of St. Moritz») und ein McLaren F1 GTR ‘Lark’ («Hero Below Zero»).

Eine absolut spektakuläre Show bot auch die Patrouille Suisse, welche bereits seit über 60 Jahren als Kunstflugstaffel der Schweizer Armee ihr Können präsentiert. Bevor man die F-5 Tiger sah, hörte man sie, ihre Wucht. Dann, im gleissenden Sonnenlicht, rasten sie in V-Formation über die Köpfe der Zuschauer hinweg. In diesem schwierigen Terrain aus alpiner Bergkette und Thermik zeigten die Piloten ihre präzisen Figuren, teilweise in einem Abstand von 3-5 Metern zueinander. Mehrmals teilten sich die Flugzeuge zudem auf, vereinten sich später. In einer Sequenz flogen zwei Flieger frontal aufeinander zu, um dann in minimalem Abstand – einer oben, einer unten – aneinander vorbeizupreschen.

Eiskristalle auf dem schwarzen Karbon eines Koenigegg zu sehen, den Sound von längst verstummten Oldtimern zu hören, in der Kälte des Winters die Hitze der Begeisterung zu fühlen, dies alles und mehr ermöglichte uns The ICE St. Moritz 2026 bei seinem Treffen der Legenden. //Geschrieben von Claudia Ryf
Über das ICE St. Moritz
Webseite: https://theicestmoritz.ch/

































