Beim «Albisgütli Classics» konnte man mal eben einen Monteverdi fahren

Vergangenes Wochenende fand bereits das dritte von vier jährlichen «Albisgütli Classics» statt. Hierbei trafen sich Hunderte Oldtimer-Enthusiasten mit ihren teils raren Fahrzeug-Klassikern. Dies lockte unzählige Schaulustige an. Es gab viel zu sehen. Die Oldtimer-Besitzer lieferten ab und präsentierten auf der Albisgütliwiese ihre Schätze. Ein ganz besonderer Leckerbissen wartete jedoch diskret im Hintergrund: ein Monteverdi. streetwheelz1 war am Event und teilt Impressionen.

Stolz präsentierten Besitzer ihre Klassiker auf der Albisgütli-Rasenfläche. (Foto: streetwheelz1)

Das Albisgütli in Zürich ist ein historischer Ort. Im Jahre 1887 erbaut, ist dieses ehemalige Schützenhaus mit Umschwung ein beliebter Treffpunkt für sehr unterschiedliche Akteure: Regelmässig finden in der imposanten Festhalle mit ihrer eindrucksvollen Holzarchitektur wichtige politische Veranstaltungen statt. Besonders spektakulär wird die Wiese zudem fürs jährliche Knabenschiessen genutzt, eine riesige Kirmes. Die vielen blinkenden Lichter der Fahrgeschäfte und Imbissbuden verleihen dem Ort nachts einen besonderen Zauber. Und das Albisgütli Classics seinerseits entfaltet als Oldtimer-Car-Meeting seinen ganz eigenen Charme und zieht wiederum andere Zuschauer an.

Dieser Ford Edsel Ranger und andere ordentlich aufgereihte Autos sind dekorativ auf dem terrassierten Gelände ausgestellt (Foto: streetwheelz1)

So fanden sich am vergangenen Sonntag, 17. August, Hunderte von Classic Cars ab 9 Uhr morgens bis zum frühen Nachmittag auf dem Areal ein. Schon auf dem Weg hoch zum Albisgütli konnte man aus der Ferne die schön aufgereihten Autos sehen, wie sie sich dekorativ auf dem terrassenförmigen Terrain präsentierten. Die Mischung war bunt. Von britischen Roadstern (MG, Triumph) über amerikanische Klassiker (Chevrolet, Ford, Pontiac) bis hin zu europäischen Coupés (z. B. weitere Alfa Romeos, evtl. Fiat) war alles vertreten. Um einige weitere Modelle zu nennen: Shelby Cobra 427 (1965–1967), Chevrolet Master Deluxe Business Coupé (1937–1939), Ford Fairlane 500 Victoria Hardtop Coupé (1955–1959) sowie Triumph TR 250 (1967–1968).

Chevrolet Bel Air (Foto: streetwheelz1)

Doch auch diese kleine Aufzählung wird dem Event nicht gerecht. Es waren so viele Fahrzeuge, dass man im Grunde nicht fertig wurde, sich alle anzusehen. Zudem kamen immer wieder neue Modelle hinzu, während andere wieder wegfuhren; ein heiteres Kommen und Gehen. Selten blieb ein Parkplatzfeld für längere Zeit leer. Das Grundstück am Fusse des Uetlibergs war jedenfalls rund um die Uhr dicht belegt. Der Uetliberg selbst ist übrigens ein beliebter Aussichtspunkt, von dem aus man mit etwas Glück auf das Wolkenmeer über der Stadt blicken kann.

Es waren so viele Autos, dass es praktisch unmöglich war, sie alle zu sehen. (Foto: streetwheelz1)

In der Ferne war Musik zu hören. Ein Jazzduo performte, während die Menschen im Schatten der Bäume das Speiseangebot nutzten oder auf die Autos blickten.

Ein absolutes Highlight des Events wurde zwar nicht gross angepriesen, aber bestach durch seine Exklusivität. Denn neben einem VW Golf Cabriolet und einem Audi Quattro stand auf einem separaten Platz ein blauer Monteverdi High Speed 375 L. Dieses Auto ist Kult. Monteverdi ist eine der wenigen Schweizer Automarken, die es je gab. Ein solches Exemplar selber fahren zu dürfen, bleibt für die meisten Autofans ein unerfüllter Traum.

Monteverdi High Speed 375 L (Foto: streetwheelz1)

Monteverdi spielt in der ansonsten dürftigen Schweizer Automobilgeschichte eine zentrale Rolle, gilt zweifellos als «das» Schweizer Auto. Zwar war diese Marke nicht der einzige Versuch, eine Schweizer Automarke zu etablieren - man denke an Sbarro, Martini, Rinspeed, Enzmann 506, Microlino - aber es ist die einzige Luxus- und Sportwagenmarke in nennenswerter Serie. Doch dieses Auto bloss auf einen gewissen Nationalstolz zu reduzieren, wäre eine pure Verschwendung. Monteverdi ist eine Schönheit, deren elegante, sportliche Ästhetik durchaus an einen Maserati Khamsin oder einem Aston Martin DBS Vantage erinnern mag.

Der schöne Monteverdi war indes beim Albisgütli Classics nicht nur zum Anschauen da. Junge Zuschauer mit Führerschein hatten die Möglichkeit, sich selbst hinter das Steuer zu setzen und dieses besondere Auto zu fahren. Angeboten wurde dieses Privileg von der Plattform «young4vintage», welche zur «Swiss Historic Vehicle Federation» gehört. Sie verfolgt das Ziel, historische Fahrzeuge zu erhalten und gerade auch jüngeren Generationen nahezubringen.

Es zeigt sich einmal mehr: Oldtimer sind nicht für die Garage da, sondern dafür, genossen zu werden. Die Schönheit will geteilt werden. Auch, wenn es natürlich nicht alle Tage vorkommt, mit einem Monteverdi durch Zürich fahren zu können. Da muss man schon zur rechten Zeit am rechten Ort sein.

Erleben Sie die Albisgütli Classics 2025 in vollem Umfang in diesem Video:

Wer Lust hat, die Veranstaltung zu besuchen, kann dies am 5. Oktober 2025, bei der vierten Ausgabe dieses Jahres, tun. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier:
https://www.albisguetli.ch/albisguetli-classics

Veranstaltungsinformationen des Veranstalters:

  • Veranstaltet von der Remimag AG und unterstützt vom Hauptsponsor TCS (Touring Club Schweiz), findet regelmässig das Albisgütli Classics im historischen Gasthaus Albisgütli am Fusse des Uetlibergs statt.
  • Die Zufahrt zum Gelände ist von 9.00 Uhr bis ca. 15.00 Uhr geöffnet. Die Teilnahmegebühr pro Fahrzeug beträgt CHF 5.–
  • Vor Ort finden Sie verschiedene Essensstände und das Restaurant serviert ein reduziertes, aber köstliches Menü.
  • Der Eintritt ist für Besucher weiterhin frei. Parkplätze sind ausschliesslich für die Oldtimerausstellung reserviert. Wir empfehlen daher die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wer weiterhin mit dem Auto kommt, wird gebeten, die öffentlichen Parkmöglichkeiten rund um das Albisgütli zu benutzen.

Über den Ort:

Die imposante Festhalle mit ihrer eindrucksvollen Holzarchitektur (Foto: streetwheelz1)

Für alle, die sich für die Umgebung des Albisgütli interessieren, hier zwei besondere Impressionen. Sie können einen Blick auf das traditionelle Knabenschiessen werfen. Messe in diesem Video:

Und wenn Sie den Uetliberg mit seinem faszinierenden Wolkenmeer über Zürich erleben möchten, schauen Sie hier:

Geschrieben von cr