Die Essen Motor Show 2025 lehrte uns mehr als die Kunst, ein Auto zu tunen

Die Essen Motor Show 2025, kurz EMS, war vom 28. November (Previewday) bis 7. Dezember ganz auf Tuning, Performance und Lifestyle eingestellt. Insgesamt 200'000 Besucher strömten in diesen 10 Tagen in die 8 Hallen der international bekannten Automesse im Deutschen Ruhrgebiet. Zu sehen waren spektakuläre Liveshows, Sonderausstellungen, Premieren, getunte Fahrzeuge und viele seltene Einzelstücke wie der rund 8 Mio. Euro teure Maybach Exelero. Doch nicht nur Autos standen im Mittelpunkt der EMS, sondern auch Persönlichkeiten. Wichtiger Dreh- und Angelpunkt war der erfolgreiche Automotive-Unternehmer Jean Pierre «JP» Kraemer. streetwheelz1 hat die Vibes des Events eingefangen und zu einem Erfahrungsbericht getunt.

Die „Tuning Xperience“ fand in Halle 5 statt (Foto: streetwheelz1).

Wer den Newsticker auf streetwheelz1.com mitverfolgte, erhielt bereits während der laufenden Automesse in Echtzeit etliche Eindrücke. Auf auf Youtubezeigen kurze und lange Videos von streetwheelz1 die Highlights der Essen Motor Show 2025. Vom Porsche 911 mit einem Belag von über 1 Millionen Kristallen bis hin zum Ford Bronco, der im Offroad-Parcours einem 24 Grad Gefälle trotzt. Und jetzt gilt: Darf es etwas mehr sein? Denn es gibt viel zu berichten von dieser Messe der Showcars und der Tuning-Philosophie.

In Halle 5 gab es definitiv „etwas mehr“ von allem. Hier fand die „Tuning Xperience“ in ihrer reinsten Form statt. Es kommt nicht oft vor, dass Privatpersonen aus 16 Ländern insgesamt 150 modifizierte Fahrzeuge an einem zentralen Ort präsentieren. Dementsprechend vielfältig war die Auswahl – eine Mischung aus klassischen und modernen Autos. Die Farbpalette reichte von Gold (Toyota GR Supra A90) über rohes Aluminium (BMW E36 Coupé „Alumino“) bis hin zu Chamäleon-Folierung (Nissan GT-R R35 Widebody).

Detailansicht eines goldfarbenen Widebody-Umbaus. (Foto: streetwheelz1)

Das Spektrum der Tuningstufen war ebenfalls sehr breit gefächert und reichte von reinem Stance-Tuning bis hin zu radikalen Einzelanfertigungen. Ersteres dominierte, wie man an den unglaublich kunstvollen Felgen erkennen konnte – viele davon mehrteilig, meist Tiefbettfelgen, in Gold, Chrom und Hochglanz. Die Funktion folgte der Form. Ästhetik war eindeutig wichtiger als Alltagstauglichkeit, wie ein Ferrari Testarossa (Liberty-Walk-Umbau) verdeutlichte, der so extrem tiefergelegt war, dass man das Gefühl hatte, keine Hand reiche mehr zwischen Boden und Karosserie.

Ein Ferrari Testarossa, der so extrem tiefergelegt war, dass man das Gefühl hatte, keine Hand passe zwischen Boden und Karosserie. (Foto: streetwheelz1)

Tuning ist eine Philosophie. In der Showarena zeigten dies zwei Enthusiasten eindrücklich. Die beiden erklärten die jeweiligen Modifikationen ihres Autos. Da war ein Toyota GR Yaris mit einem stark modifizierten Motorsport-/Show-Umbau. Der Motorraum: bis zum Rand voll mit Kraft. Verbaute Kohlefaser im Cockpit. Und doch strassenzugelassen. Daneben stand ein Opel Kadett B Coupé (1965–1973), der auf den ersten Blick unberührt aussah bis auf das Luftfahrwerk. Der Look war clean. Und doch dürfte das Fahrzeug nicht auf die Strasse – zu teuer wäre die Abnahme beim TÜV. Die Präsentation erfolgte im Rahmen des Anti-Raser-Projektes «it's tuning, not racing», welches mittlerweile eine grosse Fangemeinde aufgebaut hat.

Zwei Autoenthusiasten erläuterten die jeweiligen Umbauten an ihren Fahrzeugen. (Foto: streetwheelz1)

Auch beim bekannten YouTuber und erfolgreichen Unternehmer Jean Pierre „JP“ Kraemer drehte sich alles um seine Fans. Auf der Pressekonferenz erzählte er, wie er schon als kleiner Junge regelmäßig die Essen Motor Show besuchte. Seitdem hat sich viel getan – heute ist er selbst eine Attraktion auf der Automobilmesse. In den letzten Jahren war er nicht nur im Tuning-Bereich aktiv, sondern initiierte auch zahlreiche andere Projekte, von einem Automobilmuseum bis hin zu einem Burger-Restaurant. Seit 2009 ist er aus dem Fernsehen bekannt.

YouTuber und erfolgreicher Unternehmer Jean Pierre „JP“ Kraemer sprach auf der Pressekonferenz (Foto: streetwheelz1).

Doch er weiß, wem er seinen Erfolg verdankt. Dass es immer auch um die Zuschauer, die Community geht. Das wurde sofort am Merchandising-Stand deutlich. Besucher konnten dort nicht nur Show-Hoodies kaufen, sondern auch eine Liebeserklärung an die Fans lesen. Der Text zeichnete die Erfolgsgeschichte nach, listete wichtige Meilensteine auf und fasste den Erfolg des 2012 gegründeten YouTube-Kanals zusammen, bevor er mit den Worten schloss: „Ehrlich gesagt, halten wir uns nicht für besonders stolz. Denn all das verdanken wir nur euch.“ Und weiter: „Es stimmt also – ohne euch gäbe es uns nicht.“ Darunter befand sich eine Tafel, auf der Fans ihrerseits ihre eigenen Nachrichten hinterlassen konnten.

JP Kraemer präsentierte ausgewählte Autos zusammen mit seiner eigenen Modelinie. (Foto: streetwheelz1)

Kein Wunder jedenfalls, dass dies alles wie ein Magnet wirkte und sich neben den Messebesuchern auch der bekannte Streamer «Montana Black» und der Rapper «Gzuz» zu «JP» gesellten. Halle 6 jedenfalls war JPs Revier. Da standen auch seine 4 Showcars, ein silberner Nissan Skyline GT-R R34, ein dunkelblauer Nissan Skyline GT-R R32, ein hellblauer Chevrolet Camaro und dann noch eine Rohkarosserie im unlackierten Metalllook und mit deutlichen Anleihen an den Jaguar E-Type. Gegenüber befand sich seine Felgenmarke K80 Wheels, welche nicht nur ein Exemplar im Wert von unglaublichen 100'000 Euro ausstellte, sondern auch eine Live-Attraktion bot: Täglich konnten die Zuschauer in Echtzeit zuschauen, wie in einem Schaukasten kleine Felgen aus Aluminium gefräst wurden. Insgesamt 150 Stück wurden verlost. JP, der Markenbotschafter von Ford ist, präsentierte in der Showarena auch den neuen Mustang GTD, einem 827 PS starken Supersportwagen.

Der neue Mustang GTD in der Showarena (Foto: streetwheelz1)

Unbedingt erwähnt werden muss der Maybach Exelero (2005), der in Halle 3 gezeigt wurde, komplett umzäunt von Absperrbändern. Verständlicherweise, denn mit einem geschätzten Wert von 8 Millionen Euro war er das wohl teuerste Auto der ganzen Ausstellung. Ein absolutes Unikat. Man sah es ihm nicht an, doch stecken in dem bulligen Luxusauto 700 PS und ein V12-Biturbo-Motor. Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h. Es handelt sich allerdings um ein reines Konzeptfahrzeug.

Der Maybach Exelero (Foto: streetwheelz1)

Die EMS 2025 ist nun Geschichte. Die Eindrücke bleiben. Das Buzzword lautete «Tuning», aber definitiv auch «Community». Nicht nur Performance-Spezialisten und Enthusiasten haben ihre eigene Gemeinschaft, sondern auch Influencer. Es ist spannend, wenn diese verschiedenen Gruppen zusammenkommen und sich daraus eine ganz besondere Eigendynamik entwickelt. Dies verlieh der Essen Motor Show 2025 das Flair, direkt bei den Leuten zu sein und die Autofans zu verstehen. So ging es um weit mehr als nur um die Kunst, ein Auto zu tunen.
// Geschrieben von CR

Über die Essen Motor Show:

Offizielle Website:
https://www.essen-motorshow.de/automobilmesse

Die nächste Essen Motor Show findet vom 28. November bis 6. Dezember 2026 statt / Preview-Tag ist am 27. November.