Warum ein klobiger Stahlkoloss 2 Millionen Menschen begeistert

Eine Liebeserklärung an den Tesla Cybertruck

2019 hat Elon Musk den Cybertruck erstmals dem Publikum gezeigt. Nun, fünf Jahre später, geht das Auto auf Europatour und hat in der Schweiz unter anderem die Stadt Zürich besucht. Perfekt für alle, welche das Auto endlich live vor sich haben wollten. In den Medien liest man viel Negatives über dieses Auto, doch streetwheelz1 sieht das anders. Eine Replik auf das Cybertruck-Bashing.

(Bild: streetwheelz1)

Bild: Die Größe des Cybertrucks lässt sich anhand von Fotos nur schwer abschätzen. Aber dieser Pick-up ist schon ganz schön groß. (Foto: streetwheelz1)

Das etwas andere Auto

Die kritischen Stimmen rund um den Cybertruck sind laut und zahlreich. So bemängeln die Medien unter anderem die jahrelange Lieferverzögerung. Ebenso reissen die Meldungen zu diversen Defekten nicht ab.

Für Aufsehen sorgte auch ein Tesla-Video, in dem der Cybertruck einen Porsche 911 auf einem Anhänger bei einem Rennen und überholte einen Porsche 911. Das stimmt nicht, hieß es, zumindest nicht mit Anhänger. Aber ohne, ja. Können wir deshalb kurz darüber reden, dass der wuchtige Cybertruck einen Porsche 911 überholt und in 2,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt? Ein Lamborghini Huracán braucht dafür immerhin 3,2 Sekunden.

Bild: Kaltgewalzter Edelstahl prägt das Erscheinungsbild des Tesla-Fahrzeugs, das in manchen Medien als „Endzeit-Truck“ bezeichnet wird. (Foto: streetwheelz1)

Ein Unikum

Aber ob man ihn nun mag oder nicht: Der Tesla Cybertruck ist ein Unikum und als Elon Musk damals im Jahre 2019 seinen Elektro-Pick-up den Medien vorstellte, stach sofort seine ungewöhnlich kantige Form ins Auge. Er sah aus, als sei er direkt einem Action-Comic entsprungen.

Bild: Die Seitenansicht des Cybertruck ist innovativ und ikonisch. (Foto: streetwheelz1)

Ist dieses Grobschlächtige nun einfach sehr plump oder besonders clever? Auf jeden Fall ist der Cybertruck mit seinem eigenwilligen Design anders als alle anderen Autos. Und zeichnen sich nicht gerade dadurch oft bedeutsame Innovationen aus? Dass etwas Neues aus der Gleichförmigkeit heraussticht und das Auge irritiert? Dass vielleicht zu Beginn nicht alles rund läuft, sondern sich das Besondere den Weg erst bahnen muss, eben gerade, weil es nicht auf altbekannten, längst ausgetretenen Pfaden wandelt?

Der erste Eindruck

Bild: So präsentierte sich der Cybertruck am ersten Messetag: groß und unnahbar. (Foto: streetwheelz1) IMG_1795.HEIC

Und dann war er also da, wahrhaftig, nicht nur auf Hochglanzbildern, sondern live, physisch präsent. Ende Mai stand der Cybertruck endlich im Showroom des Tesla-Vertreters an der Pelikanstrasse 10 in Zürich.

Heute Zugang nur für die Presse, hiess es allerdings und so mussten normale Schaulustige hinter dem Absperrband stehen bleiben. Wohl deshalb kamen nur sporadisch Leute vorbei. Diese erste Begegnung war ein wenig enttäuschend, denn das, was das Aussehen des Cybertrucks so ikonisch macht, ist nicht seine Front, sondern seine Seitenansicht mit diesen sturen geraden Linien ohne Kompromiss. Trotzdem beeindruckte - selbst aus der Distanz betrachtet - die schiere Grösse des Gefährts. Mit 1.79 m Höhe ist der Pick-up so gross wie ein durchschnittlicher Schweizer Mann und mit seinen 2.41 m Breite und 5.60 m Länge ist es zwar etwas kleiner als ein Camper-Wohnwagen, aber weitaus bulliger als ein Ford Ranger.

Ein Blick auf den Cybertruck aus nächster Nähe

Bild: Innenansicht des Cybertrucks im aufgeräumten Look. (Foto: streetwheelz1; Screenshot aus unserem YouTube-Film)

Als streetwheelz1 an einem anderen Tag nochmals vorbeischaute, war der Showroom voll und die Warteschlange lang. Senioren, Kinder, Frauen und Männer und selbst Väter mit ihren Babies auf der Schulter wollten einen Blick auf den Pickup werfen.

Die Aussenhaut des Autos ist eine interessante Mischung, die sich beschreiben lässt mit den Adjektiven "unverwüstlich" und "empfindlich". Da ist einerseits dieses massive Exoskelett aus kalt gerolltem, gehärteten Edelstahl, welches selbst Maschinengewehr-Salven standhält und sich beim Crashtest kaum verformt. Und andererseits monieren die Käufer und Medien, dass die Oberfläche aus rostfreiem, unlackiertem Stahl eben doch rostig oder zumindest fleckig sei.

Doch dieses Auto ist gemacht für eine Zombie-Apokalypse und wüste Hagel-Schauer. Wen interessieren da ein paar Flecken?

Bild: Die Ladefläche ist 1,98 m lang und könnte mehr als eine Tonne Gewicht transportieren (Foto: streetwheelz1; Screenshot aus unserem YouTube-Film)

Im Showroom wirkt der Cybertruck wie eine gezähmte Bestie, irgendwie fehl am Platz. Denn dort, wo sich die Strahlkraft dieses Autos wirklich entfalten kann, ist irgendwo inmitten eines öden, steinigen Niemandslandes, in einer terrestrischen Wüste oder auf einem anderen Planeten.

So, wie sich damals in Stanley Kubrick's "2001: Odyssee im Weltraum" die Monolithen mit ihrer glänzenden, kantigen Oberfläche vor einer Gruppe von Urmenschen erhoben, steht nun dieses Stahlauto vor uns Erdlingen. Und es ist kaum ein Zufall, dass die Ländertour des Cybertrucks den Namen "Odyssey" trägt.

Wer kauft den Cybertruck?

Bild: Mit seiner maximalen Bodenfreiheit von 44,2 cm bietet der Cybertruck reichlich Platz für größere Reifen und verbessert so seine Geländegängigkeit. (Foto: streetwheelz1)

Wer hat nun recht: Die Kritiker, welche das Auto als hässlich oder/und fehlerhaft bezeichnen oder die Liebhaber, welche einen Pick-up besitzen wollen, der sich von der Masse abhebt?

Offiziell gab es weltweit 2 Millionen Vorbestellungen für den Cybertruck, dessen günstigste Variante immerhin 61'000 USD kostet und in der Luxus-Ausführung "Cyberbeast" 100'000 USD.

Sogar 200'000 Europäer haben das Auto vorbestellt, obwohl unklar ist, ob und wann der Cybertruck auf unserem Kontinent überhaupt eine öffentliche Strasse befahren wird. Dies war auch eine Frage, welche die Schaulustigen immer wieder den Tesla-Mitarbeitern stellten: Ob denn der Cybertruck überhaupt je in der Schweiz zugelassen werde. Vielleicht, man weiss ja nie, hiess es dann jeweils geheimnisvoll.

Ein bequemes Auto ist der Cybertruck vielleicht nicht. Doch auch ein Ferrari, Pagani oder McLaren ist nicht gemütlich oder praktisch. Damit fährt man nicht mal eben zum Supermarkt. Solche Autos sind selten komfortabel, doch sind die Zürcher Strassen voll damit. Und warum fährt man sie? Vielleicht ein bisschen zum Angeben, aber auch, weil sie wunderschön sind und eine Idee verkörpern.

Was macht den Cybertruck so besonders?

Bild: Der Cybertruck sieht aus jedem Blickwinkel besonders aus. (Foto: streetwheelz1; Screenshot aus unserem YouTube-Film)

Wieso zieht dieses silbrige Auto von Tesla die Massen an, allen Kritikern zum Trotz? Vielleicht liegt es daran, wofür Elon Musk steht. Mit Tesla macht er Autos und mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX bedient er Menschheitsträume: Er will Menschen auf den Mars schicken, während die NASA es bisher nicht einmal schafft, Menschen wieder auf den Mond zu befördern.

Man kann Elon Musk mögen oder nicht, aber er prägt diese Welt mit seinem innovativen Ideen. Im Jahr 2008 brachte er mit dem Tesla Roadster das erste Elektroauto heraus, welches in Serie hergestellt wurde und es dank seiner Reichweite von über 300 km erlaubte, auch längere Strecken auf Autobahnen zu bewältigen. Und mit dem Cybertruck setzt er wiederum neue Massstäbe.

Fazit: Es gibt durchaus einiges zu verbessern und die Sicherheit geht natürlich vor. Wer zudem ein unkompliziertes Auto sucht, ist womöglich gut beraten, sich ein anderes Tesla-Modell zu kaufen. Doch wer eine Idee kaufen will, der liegt vielleicht mit diesem Auto vermutlich genau richtig. In den Worten Musks: "And finally the future will look like the future."

Wenn man die Essenz des Cybertrucks auf den Punkt bringen müsste mit einem einzigen Satz, dann wohl einfach mit dem Slogan, der auf der Tesla-Webseite zum Cybertruck steht: "Für jeden Planeten gebaut".

Werfen Sie einen Blick auf den Cybertruck: Jetzt ansehen!

Datenblatt:

Gewicht: 3.104 kg
Ladevolumen: 3.423,5 Liter
Räder: 20 Zoll
Sitzplätze: 5 Erwachsene
Displays: 18,5-Zoll-Touchscreen in der Mitte, 9,4-Zoll-Touchscreen im Fond
Bodenfreiheit: 406 mm im Offroad-Modus
Gesamtbreite: Außenspiegel eingeklappt: 2.200,7 mm, Außenspiegel ausgeklappt: 2.413,3 mm
Gesamthöhe: 1.790,8 mm

Quellen:

https://www.tesla.com/de_de/cybertruck
https://www.kfz-betrieb.vogel.de/tesla-cybertruck-hat-probleme-mit-dem-gaspedal-a-7184ee571f3457aa8192c7bf163f381a/
https://www.porschebank.at/news/die-geschichte-der-e-mobilitaet/
https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/autokatalog/marken-modelle/tesla/?sort=SORTING_DESC
https://www.autobild.de/artikel/tesla-cybertruck-2021-form-material-meinung-16116551.html
https://www.autobild.de/artikel/tesla-cybertruck-version-fuer-den-deutschen-markt-meldung-26215693.html
https://www.derstandard.de/story/3000000208205/cybertrucks-rosten-nicht-sie-sind-nur-schmutzig-sagt-ein-tesla-ingenieur
https://www.youtube.com/watch?v=0goMCnLeegI
https://www.stern.de/auto/e-mobilitaet/tesla-cybertruck-verliert-bei-anhaenger-test-jedes-rennen-gegen-porsche-34724600.html
https://www.autobild.de/artikel/tesla-cybertruck-serienversion-16104393.html


Haftungsausschluss: streetwheelz1 ist nicht mit Tesla verbunden. Dieser Artikel ist eine subjektive und authentische Meinungsäußerung.